A2-Fernpiloten-Zeugnis: Welche Drohnen Sie fliegen dürfen und die Vorteile dieser Lizenz

A2-Fernpiloten-Zeugnis: Welche Drohnen Sie fliegen dürfen und die Vorteile dieser Lizenz

Redaktion 8 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis

Sie möchten die Möglichkeiten Ihres Drohnenflugs erweitern und näher an Menschen oder in urbanen Gebieten operieren? Dann ist das A2-Fernpiloten-Zeugnis der Schlüssel zu neuen Freiheiten in der Open Category. Dieses Zeugnis ist ein entscheidender Schritt für Drohnenpiloten, die ihre Fähigkeiten und ihren Einsatzbereich über die Basisanforderungen des A1/A3-Kompetenznachweises hinaus erweitern möchten. Es ermöglicht Ihnen, leistungsfähigere Drohnen unter spezifischen, aber flexibleren Bedingungen zu steuern.

A2-Fernpiloten-Zeugnis: die Einordnung in die Open Category

Das A2-Fernpiloten-Zeugnis ist ein offizieller Nachweis Ihrer erweiterten Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit Drohnen der Open Category. Es qualifiziert Sie für komplexere Flugmanöver und den Betrieb schwererer Drohnen als der grundlegende A1/A3-Kompetenznachweis. Dieses Zeugnis, auch oft als “kleiner Drohnenführerschein” bezeichnet, ist für jeden ambitionierten Drohnenpiloten von großem Wert, der das volle Potenzial seiner Ausrüstung ausschöpfen möchte, ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen.

Die Open Category und das A2-Fernpiloten-Zeugnis

Die Europäische Drohnenverordnung teilt den Drohnenbetrieb in drei Hauptkategorien ein: Open, Specific und Certified. Das A2-Fernpiloten-Zeugnis ist Teil der “Open Category” (Offene Kategorie), die für Flüge mit geringem Risiko konzipiert ist. Innerhalb der Open Category gibt es die Unterkategorien A1, A2 und A3, die jeweils unterschiedliche Drohnentypen und Betriebsbedingungen definieren. Das A2-Zeugnis hebt Sie hierbei auf eine höhere Stufe, da es Ihnen erlaubt, Drohnen zu fliegen, die schwerer sind oder näher an unbeteiligten Personen operieren dürfen als in A1/A3.

Welche Drohnen dürfen Sie mit dem A2-Fernpiloten-Zeugnis fliegen?

Das A2-Fernpiloten-Zeugnis erweitert Ihre Möglichkeiten erheblich. Es erlaubt Ihnen den Betrieb von Drohnen mit einem Gewicht von bis zu 4 kg, die über eine C2-Klassifizierung verfügen. Darüber hinaus dürfen Sie auch sogenannte Bestandsdrohnen (ohne C-Klassifizierung) mit einem Gewicht von bis zu 2 kg fliegen.

C2-klassifizierte Drohnen bis 4 kg

Unter diese Kategorie fallen moderne Drohnen, die nach der EU-Drohnenverordnung zertifiziert wurden und das CE-Kennzeichen mit der Klassifizierung C2 tragen. Mit einer C2-Drohne dürfen Sie:

  • In der Open Category A2 fliegen.
  • Einen lateralen Sicherheitsabstand von mindestens 30 Metern zu unbeteiligten Personen einhalten.
  • Diesen Abstand auf 5 Meter reduzieren, wenn die Drohne im Langsamflugmodus (Low-Speed Mode) betrieben wird.

Beispiele für Drohnen, die potenziell eine C2-Klassifizierung erhalten könnten oder in diese Gewichtsklasse fallen, sind leistungsstärkere Modelle für Foto- und Videoaufnahmen. Eine moderne Drohne, die diese Kriterien erfüllen könnte, ist zum Beispiel die DJI Mavic 3 oder andere Modelle im Bereich von 1-4 kg.

Bestandsdrohnen (ohne C-Klassifizierung) bis 2 kg

Auch wenn Ihre Drohne keine C-Klassifizierung besitzt, können Sie mit dem A2-Fernpiloten-Zeugnis von erweiterten Rechten profitieren. Bestandsdrohnen, die vor dem 1. Januar 2024 in Verkehr gebracht wurden und ein Startgewicht von weniger als 2 kg haben, dürfen Sie in der Unterkategorie A2 betreiben. Hierbei müssen Sie ebenfalls einen lateralen Sicherheitsabstand von mindestens 30 Metern zu unbeteiligten Personen einhalten. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber dem A1/A3-Kompetenznachweis, der für Bestandsdrohnen über 500g nur Flüge in der Unterkategorie A3 (weit entfernt von Menschen) erlaubt.

Info

Wichtiger Hinweis: Die C-Klassifizierung ist ein europäisches Zertifizierungssystem, das die technischen Eigenschaften und Sicherheitsmerkmale einer Drohne definiert. Achten Sie beim Kauf einer neuen Drohne auf dieses Kennzeichen, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen für den Betrieb in den jeweiligen Unterkategorien entspricht.

Die Vorteile des A2-Fernpiloten-Zeugnisses im Überblick

Der Erwerb des A2-Fernpiloten-Zeugnisses bietet Ihnen eine Reihe signifikanter Vorteile:

  1. Erweiterte Flugmöglichkeiten: Sie dürfen Drohnen mit höherem Startgewicht (bis 4 kg mit C2-Klassifizierung, bis 2 kg als Bestandsdrohne) fliegen.
  2. Näher an Menschen fliegen: Der reduzierte Sicherheitsabstand von 30 Metern (oder 5 Metern im Langsamflugmodus) zu unbeteiligten Personen in der A2-Unterkategorie eröffnet neue Perspektiven, besonders in städtischen oder belebten Gebieten.
  3. Professionelle Einsatzmöglichkeiten: Für Fotografen, Videografen und Inspektoren bedeutet dies eine größere Flexibilität bei der Auftragsausführung. Sie können detailliertere Aufnahmen machen oder Inspektionen effizienter durchführen.
  4. Umfassenderes Wissen: Die Vorbereitung auf die A2-Prüfung vertieft Ihr Verständnis für Aerodynamik, Flugwetterkunde, menschliche Leistungsfähigkeit und technische sowie betriebliche Minderung von Risiken. Dieses Wissen macht Sie zu einem sichereren und kompetenteren Piloten.
  5. Zukunftssicherheit: Mit dem A2-Zeugnis sind Sie gut aufgestellt für zukünftige Entwicklungen in der Drohnenregulierung und können Ihre Drohne legal und sicher für eine breitere Palette von Anwendungen nutzen.
  6. Kompatibilität mit Zubehör: Auch für spezialisiertes Zubehör, wie eine FPV-Videobrille oder ein LiPo-Ladegerät , ist das erweiterte Wissen um die sichere Nutzung von Vorteil, da Sie die Grenzen Ihrer Ausrüstung besser einschätzen können.

Für eine detaillierte Übersicht über die Prüfung, Kosten und Vorbereitung empfehle ich Ihnen unseren Artikel zum A2-Fernpiloten-Zeugnis 2026: Prüfung, Kosten und umfassende Vorbereitung.

Vergleich der Drohnen-Kategorien: A1, A2 und A3

Um die Vorteile des A2-Fernpiloten-Zeugnisses vollständig zu verstehen, ist es hilfreich, die Unterschiede zu den anderen Unterkategorien der Open Category zu betrachten.

Kriterium Unterkategorie A1 Unterkategorie A2 Unterkategorie A3
Erforderlicher Nachweis EU-Kompetenznachweis A1/A3 EU-Fernpiloten-Zeugnis A2 EU-Kompetenznachweis A1/A3
Max. Startgewicht C0 (<250g), C1 (<900g) oder Bestandsdrohne (<250g) C2 (<4kg) oder Bestandsdrohne (<2kg) C3, C4 (<25kg) oder Bestandsdrohne (>250g bis 25kg)
Abstand zu Menschen C0: keine unbeteiligten Personen überfliegen C2: 30m (5m im Langsamflugmodus) zu unbeteiligten Personen Weit entfernt von unbeteiligten Personen und Wohngebieten
Abstand zu Versammlungen C1: nicht überfliegen Nicht überfliegen Nicht überfliegen
Mindestalter 16 Jahre 16 Jahre 16 Jahre
Registrierung Pflicht (für Drohnen >250g oder mit Sensoren) Pflicht Pflicht

Diese Tabelle verdeutlicht, dass das A2-Zeugnis eine Brücke zwischen dem Hobbyflug und semiprofessionellen Einsätzen schlägt, indem es mehr Flexibilität und die Nutzung leistungsfähigerer Drohnen ermöglicht.

Praktische Tipps für A2-Fernpiloten

Als Inhaber des A2-Fernpiloten-Zeugnisses tragen Sie eine erhöhte Verantwortung. Hier sind einige praktische Tipps, um Ihre Flüge sicher und gesetzeskonform zu gestalten:

  1. Flugplanung ist das A und O: Nutzen Sie Drohnen-Apps für Flugzonen, um Flugverbotszonen und Einschränkungen zu überprüfen. Informieren Sie sich über lokale Gegebenheiten, bevor Sie starten. Eine gute Powerstation kann Ihnen dabei helfen, Ihre Akkus auch unterwegs zu laden und so die Flugzeit zu maximieren.
  2. Umfassende Versicherung: Eine Drohnen-Versicherung Vergleich 2026: Tarife für Hobbypiloten ist in Deutschland Pflicht. Stellen Sie sicher, dass Ihre Haftpflichtversicherung auch den Betrieb in der A2-Kategorie abdeckt.
  3. Regelmäßige Wartung: Überprüfen Sie Ihre Drohne, insbesondere die Propeller, Motoren und den Akku, vor jedem Flug. Eine

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    ist zwar sehr robust, aber auch hier ist regelmäßige Pflege entscheidend. Hier finden Sie weitere Informationen zur Drohnen-Akku richtig lagern und pflegen: Ihr Weg zu maximaler Lebensdauer.
  4. Datenschutz beachten: Beim Filmen oder Fotografieren müssen Sie stets die Persönlichkeitsrechte anderer wahren. Vermeiden Sie das Überfliegen von Privatgrundstücken oder das gezielte Filmen von Personen ohne deren Einverständnis. Lesen Sie dazu unseren Artikel Drohne & Datenschutz: Was Sie beim Filmen beachten müssen.
  5. Wetterbedingungen prüfen: Achten Sie auf Windstärke und Niederschlag. Viele Drohnen, wie die

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    , sind zwar windstabiler, aber extreme Bedingungen stellen immer ein Risiko dar. Beachten Sie dazu Drohne bei Hitze und Wind: So schützen Sie Ihre Drohne für sicheren Flugspaß.
  6. Notfallmanagement: Seien Sie auf unerwartete Situationen vorbereitet. Kennen Sie die Funktionen Ihrer Drohne, wie die Rückkehrfunktion, und wissen Sie, wie Sie im Notfall reagieren müssen.

Tipp

Profi-Tipp: Üben Sie regelmäßig im Simulator, um Ihre Flugfähigkeiten zu verbessern und neue Manöver risikofrei zu erlernen. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie den reduzierten Abstand von 5 Metern im Langsamflugmodus nutzen möchten.

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Häufig gestellte Fragen zum A2-Fernpiloten-Zeugnis

Was ist der Hauptvorteil des A2-Fernpiloten-Zeugnisses?
Der Hauptvorteil des A2-Fernpiloten-Zeugnisses liegt in der erweiterten Flexibilität beim Betrieb von Drohnen. Sie dürfen schwerere Drohnen (C2 bis 4 kg, Bestandsdrohnen bis 2 kg) fliegen und sich unbeteiligten Personen bis auf 30 Meter (oder 5 Meter im Langsamflugmodus) nähern, was mit dem A1/A3-Kompetenznachweis nicht möglich ist.
Welche Drohnen fallen unter die C2-Klassifizierung?
Unter die C2-Klassifizierung fallen Drohnen, die ein Startgewicht von bis zu 4 kg aufweisen und gemäß der EU-Drohnenverordnung bestimmte technische und sicherheitstechnische Anforderungen erfüllen. Sie tragen ein entsprechendes CE-Kennzeichen mit der Aufschrift “C2”. Diese Drohnen sind für den Betrieb in der Unterkategorie A2 vorgesehen.
Kann ich mit dem A2-Zeugnis auch Bestandsdrohnen fliegen?
Ja, mit dem A2-Fernpiloten-Zeugnis dürfen Sie auch Bestandsdrohnen (ohne C-Klassifizierung), die vor dem 1. Januar 2024 in Verkehr gebracht wurden, fliegen, sofern deren Startgewicht unter 2 kg liegt. Dabei ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 30 Metern zu unbeteiligten Personen einzuhalten.
Ist das A2-Fernpiloten-Zeugnis im Ausland gültig?
Ja, das A2-Fernpiloten-Zeugnis, wie auch der A1/A3-Kompetenznachweis, ist in allen EU-Mitgliedstaaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz gültig. Dies basiert auf der Harmonisierung der Drohnenregulierungen innerhalb des EASA-Raums. Beachten Sie jedoch immer lokale Zusatzregeln.
Wie bereite ich mich am besten auf die A2-Prüfung vor?
Für die A2-Prüfung ist ein Selbststudium oder ein Online-Kurs bei einer vom Luftfahrt-Bundesamt (LBA) anerkannten Prüfstelle erforderlich. Der Kurs behandelt spezifische Themen wie Meteorologie, Drohnenflugleistung und technische Risikominderung. Anschließend legen Sie eine theoretische Prüfung ab.

Fazit: Ihr Weg zu mehr Drohnenfreiheit mit dem A2-Fernpiloten-Zeugnis

Das A2-Fernpiloten-Zeugnis ist eine lohnende Investition für jeden Drohnenpiloten, der seine Fähigkeiten erweitern und die volle Bandbreite der Drohnennutzung in der Open Category ausschöpfen möchte. Es ermöglicht Ihnen nicht nur, leistungsfähigere Drohnen zu fliegen, sondern auch näher an Menschen zu operieren, was für viele kreative und professionelle Anwendungen unerlässlich ist. Mit dem erworbenen Wissen und den erweiterten Rechten sind Sie bestens gerüstet, um Ihre Drohne sicher, legal und verantwortungsvoll einzusetzen.

Wenn Sie bereit sind, den nächsten Schritt zu wagen und Ihre Drohnenkenntnisse zu vertiefen, beginnen Sie noch heute mit Ihrer Vorbereitung. Die Vorteile, die Ihnen das A2-Fernpiloten-Zeugnis bietet, werden sich schnell auszahlen und Ihnen ganz neue Perspektiven am Himmel eröffnen.

Redaktion

Aktiver Drohnen- und FPV-Pilot, der den EU-Drohnenführerschein selbst absolviert hat. Christoph erklärt das Drohnenrecht verständlich und praxisnah für alle Piloten.

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